Carl Peters, geboren am 27.9.1856, gilt als Begründer der größten deutschen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Burundi, Ruanda und Mosambik). Als Politiker und vermeintlicher „Afrikaforscher“ vertrat er eine offen rassistische und koloniale Haltung. Auf Grund seines menschenverachtenden, gewaltsamen und betrügerischen Herangehens war er selbst zu seiner Zeit umstritten.
Bereits 1884 initiierte er die „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“. Mit Plänen zur Errichtung eines deutschen Kolonialreiches fuhr er noch im selben Jahr nach Ostafrika. In den darauffolgenden Jahren wurde Peters durch seine rücksichtslos brutalen Kriegszüge durch Ostafrika als „mkono wa damu“, was auf Kiswahili "blutige Hand" bedeutet, bekannt.
Peters wurde 1891 zum Reichskommissar für das Kilimanjaro Gebiet ernannt. Seine grausame Kolonialpolitik nahmen sich viele spätere koloniale Akteur*innen zum Vorbild. Carl Peters wurde aufgrund von sexueller Gewalt gegenüber einer jungen Frau und dem Mord seines afrikanischen Dieners Mabruk aus dem Staatsdienst entlassen. Unter den Nationalsozialist*innen galt Carl Peters als einer der „Großen Deutschen“. Er wurde von ihnen als Vordenker für seine Taten gefeiert. Noch heute gibt es daher Denkmäler von ihm sowie Straßen, die nach ihm benannt wurden. Auch hier in Walle gibt es eine Karl-Peters-Straße. Ein Versuch des Stadtteilbeirates, die Straße umzubenennen, scheiterte. Ein Stimmungsbild ergab, das von 187 der Anwohner*innen nur 18 einer Umbenennung zustimmten und 36 sie ablehnten. Aufgrund der Abstimmungsergebnisse entschied sich der Stadtteilbeirat gegen die Umbenennung. Die Straße wurde so lediglich umgewidmet.
Wem die Straße heute gewidmet ist, kannst Du auf der Plakette unter dem Straßenschild lesen.
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