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Koloniale Spuren in Bremen
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Straßenname

Lüderitzstraße

Schwachhausen

Adolf  Lüderitz war ein Bremer Kaufmann. Mit einem Betrug erkaufte er sich Großteile des Landes der Nama und Herero und wurde so erster deutscher Grundbesitzer im heutigen Namibia. Durch diesen Kauf, den sogenannten ,,Meilenschwindel‘‘, bei dem Lüderitz in den Verträgen das Land in geographischen Meilen angab, die viermal so lang sind wie die englischen Meilen, legte er den Grundstein für eine gewaltsame Kolonialherrschaft. Die Nama und Herero leisteten großen Widerstand gegen die deutsche Kolonialmacht. Nach einem zu Anfang erfolgreichen Krieg der einheimischen Bevölkerung gegen die deutschen Besatzer*innen wurde ein Großteil der Herero- und Nama Bevölkerung durch die deutschen Truppen ermordet. Dies gilt als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts.

Hier in Schwachhausen wird Adolf Lüderitz immer noch mit einem Straßennamen geehrt. Seit 2018 steht unter dem Straßenschild eine Legende, die über Lüderitz informiert. Oft wurde das Straßenschild aus Protest schon entwendet oder übermalt.

Bei Adolf Lüderitz  handelt es sich ganz klar um einen Kolonialverbrecher. Deshalb sagen wir: Ein Denkmal oder eine Legende unter dem Straßenschild reichen nicht aus. Schon seit den 1970er Jahren versuchen verschiedene Gruppen und Einzelpersonen den Namen der Straße zu ändern. Auch wir haben bereits vor Ort eine Mahnwache abgehalten und versucht, mit den Anwohner*innen ins Gespräch zu kommen. Denn wir fordern die Umbenennung der Lüderitzstraße und einen angemessenen Umgang  mit der Kolonialzeit.

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