Joachim Christian Nettelbeck wurde 1738 in Kolberg, Polen geboren. Er war ein Seemann, der sich durch das Steuern von Schiffen, die versklavte Menschen transportierten, am Versklavungshandel beteiligte.
Nachdem er mit der Schule fertig war, begann er eine Ausbildung als Seemann, zunächst als Schiffsjunge, später wurde er jedoch sogar ein selbstständiger Kapitän.
Er kommandierte zum Beispiel im Jahre 1771 in Amsterdam ein holländisches Sklavenschiff, das im sogenannten “Dreieckshandel” die Route Europa – Guinea – Surinam – Europa befuhr. Die gleiche Route befuhr er auch 1774 auf einem englischen Boot. Damit sorgte er dafür, dass versklavte Menschen bei öffentlichen Anbieter*innen gegen Waffen, Schießpulver, Tabak, Schnaps oder Anderes erhandelt werden konnten. Dies war nur eine von vielen Reisen, die er unternahm.
Nachdem Nettelbeck 1783 als Kapitän im Sturm seinen Dreimaster verlor, gab er die Seefahrt auf und wurde in Kolberg Brauer und Branntweinbrenner und zudem königlicher Schiffsvermesser. Im Alter von 86 Jahren starb Nettelbeck und wurde schnell vergessen. Er bekam zwar kein Ehrengrab oder Denkmal, dennoch trägt eine Straße in der Neustadt heute seinen Namen.
Er mag als Volksheld gefeiert worden sein. Jedoch sorgte er mit seiner Beteiligung am Versklavungshandel dafür, dass unzählige Menschen unter unmenschlichen Bedingungen behandelt worden und sogar gestorben sind.
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