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Koloniale Spuren in Bremen
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Carl-Ronning-Straße

Am 26. Mai 1950 beschloss der Bremer Senat auf Bitten des Bausenators Emil Theil, die Planstraße zwischen der Knochenhauerstraße und Pelzerstraße „Carl-Ronning-Straße“ zu benennen. Damit wurde der Kaffeehändler Carl Ronning für seine "großen Verdienste" am Bremer Kaffeehandel gewürdigt.
 
 Carl Ronning wurde 1863 in Bielefeld geboren, zog 1892 nach Bremen und arbeitete zunächst bei Roselius & Co. Im Jahr 1894 gründet er die Handelsgesellschaft und Kaffeerösterei Carl Ronning. Die Handelsgesellschaft hatte eine eigene Plantage im damaligen sog. Deutsch-Ostafrika. In der Plantage am Fuße des Kilimandscharo in Machame (früher Madschame), nahe der Stadt Moshi, im heutigen Tansania baute man „deutschen Kaffee“ an.
 
 In der Region, in der sich die Plantage befand, lebt die ethnische Gruppe der Chaga (auch Chagga oder Wachagga), diese wurden von den deutschen Kolonialmächten gezwungen, Kaffee und andere für die Kolonialmächte lohnenswerte Rohstoffe anzubauen, um Teil der Geldwirtschaft zu werden und so Steuern in Bargeld entrichten zu können. Widerstände und Aufstände wie der Maji-Maji-Aufstand wurden mit militärischer Gewalt niedergeschlagen. Tausende Einheimische wurden getötet. Obwohl die Handelsgesellschaft Carl Ronning und die Konsument*innen hier in Bremen und Umland selbst nicht dafür bekannt sind, die Kolonialisierung vorangetrieben haben, haben sie vom kolonialen System profitiert, das die Einheimischen unterdrückt und ausgebeutet hat.
 
 In der Sögestraße № 54 ist noch heute das Ronning Haus zu finden, in dem sich das Ladengeschäft Carl Ronnings befand. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude neu erbaut und löste den sogenannten Giebelstreit aus, dieser wird auf einer Tafel am Ronning Haus näher beschrieben.