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Hermann-Böse-Gymnasium
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Schule nach einem Kommandeur der Kolonialgeschichte, Paul von Lettow-Vorbeck, benannt. Dieser erlangte Bekanntheit im sogenannten Boxerkrieg des kolonialisierten Chinas und nahm als erster Adjutant unter Lothar von Trotha am Völkermord der Herero und Nama eine große Rolle ein. Die genozidale Kriegsführung im Völkermord verteidigte er vehement. Dafür wurde er unter anderem durch die Benennung der Schule geehrt. Auch wenn viele Denkmäler, wie die meisten nach ihm genannten Straßen und Kasernen, umbenannt wurden, gibt es auch heute immer noch Lettow-Vorbeck-Straßen, bspw. in Cuxhaven oder Delmenhorst. Ebenfalls ist eine in der damaligen Kolonie Deutsch-Ost-Afrika gefundene Dinosaurierrasse ebenfalls noch immer nach ihm benannt. Die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) beantragte nach dem Zweiten Weltkrieg die Umbenennung zum Hermann-Böse-Gymnasium. Hermann Böse war ein Mitglied der KPD, der als beliebter Musiklehrer der Schule und deutschlandweit als Orchesterleiter bekannt war. Dieser fiel durch seine Zugehörigkeit zur KPD dem Nazi-Regime zum Opfer. Auch wenn einige ehemalige Schüler*innen ihn in dieser Zeit unterstützten, verbrachte er dennoch einen Großteil seines letzten Lebensjahres im Gefängnis. Erst nachdem er schwer erkrankt war (und vermutlich durch Zutun eines ehemaligen Schülers) wurde er kurz vor seinem Versterben 1943 entlassen.
Der Antrag der KPD, die Schule umzubenennen, wurde abgelehnt, jedoch wurde ein anderer Antrag, der eine Umbenennung der anliegenden Straße 1947 verlangte, gebilligt. Wie damals üblich wurden Institutionen nach den Straßen benannt und so war die Schule als Oberschule (ab 1957 Gymnasium) an der Hermann-Böse-Straße bekannt. 1953 wurde auch das gegenüberliegende Antikolonialdenkmal „Der Elefant“ zum Emblem des Hermann-Böse-Gymnasiums und durch die Historie, vor allem des Namensgebers, wurden Soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Humanität zu den Leitsätzen der Schule. Inoffiziell bürgerte sich bereits hier der Name Hermann-Böse-Gymnasium ein, aber erst zum 100-jährigen Jubiläum 2005 bekam die Schule auch offiziell den Namen.