Die im Jahr 1910 in die Gerhard-Rohlfs-Straße unbenannte Langenstraße ist nun die Haupteinkaufsstraße in Bremen-Vegesack. Der Namensgeber Gerhard Rohlfs, der in der gleichen Straße geboren wurde, war ein deutscher sogenannter „Afrikaforscher” und Schriftsteller.
Gerhard Rohlfs kam 1831 in Vegesack als Sohn eines Landarztes zur Welt. Nachdem Rohlfs sein um 1850 angefangenes Medizin Studium abbrach und er 1856 aus der österreichischen Armee desertierte, trat er als Freiwilliger in die französische Fremdenlegion ein. Rohlfs war im Zeitraum von 1856 bis 1860 an mehreren Feldzügen beteiligt, die ihren Schauplatz hauptsächlich in Nordafrika fanden. Rohlfs schrieb nie über seine Zeit in der Fremdenlegion und diese Zeit galt selbst in seinem Freundeskreis als Tabu. Zu dieser Zeit fand die französische, durchaus blutige, koloniale Besetzung Algeriens statt.
Nachdem Rohlfs 1860 frühzeitig aus dem Militärdienst der Fremdenlegion ausgetreten war, war er als Militärarzt in Fès in Marokko tätig. 1862 trat Rohlfs seine ersten Reisen in Nordafrika an, die ihn als ersten Europäer über die marokkanischen Gebirgsketten und in die Oasen Regionen Twat, Tafilet bis hin zu der Oasenstadt In Salah brachte.
Als Rohlfs Anfang 1865 nach Deutschland zurückkehrte, wurden seine Reisenotizen vom Kartograf August Petermann wissenschaftlich verwertet. Dieser ermöglichte Rohlfs außerdem seine wohl längste Reise, die ihn von Tripolis in Libyen bis hin nach Lagos in Nigeria brachte. Während diese Reise keine signifikanten wissenschaftliche Ergebnisse lieferte, festigten sie Rohlfs Ruf als angesehenen Forschungsreisenden. Dies ermöglichte Rohlfs weitere Reisen, die nun direkt vom preußischen König unterstützt wurden. Mitunter nahm Rohlfs 1867 so auch an einer britischen Strafexpedition in Abessinien, eine Monarchie in Ostafrika auf dem Gebiet der heutigen Staaten Äthiopien und Eritrea, teil.
1873 führte Rohlfs die vom ägyptischen Khediven Ismail Pascha unterstützte Expedition an, in der er von mehreren deutschen Wissenschaftlern begleitet worden ist. In dieser Expedition wurde unter anderem der Tempel Deir el-Hagar ausgegraben und dokumentiert. 1880 wurde Rohlfs als Gesandter Wilhelms I. an den Hof des Königs von Abessinien bestellt und 1884/85 war er für kurze Zeit Generalkonsul auf Sansibar.
1873 führte Rohlfs die vom ägyptischen Khediven Ismail Pascha unterstützte Expedition an, in der er von mehreren deutschen Wissenschaftlern begleitet worden ist. In dieser Expedition wurde unter anderem der Tempel Deir el-Hagar ausgegraben und dokumentiert. 1880 wurde Rohlfs als Gesandter Wilhelms I. an den Hof des Königs von Abessinien bestellt und 1884/85 war er für kurze Zeit Generalkonsul auf Sansibar.
Gerhard Rohlfs hatte vor allen durch seine Bücher, in der er seine Reisen dokumentierte, und seine Vorträge, die von seinen Reisen handelten, an Popularität gewonnen. Um 1870 führte dies dazu, dass er seine Vorträge auch außerhalb Deutschlands hielt. Als Rohlfs 1896 in Rüngsdorf in Bad Godesberg verstarb, wurde er auf dem Vegesacker Friedhof, wo sein Grab heute noch vorzufinden ist, begraben. Des Weiteren hat er einen Großteil seines Nachlasses Vegesack, damals noch eine Stadt, überlassen. Dieser Nachlass ist heute im Museum Schloss Schönebeck zu finden. In Bremen aber auch in anderen Städten ist der Name Gerhard Rohlfs vorzufinden, in Bremen gibt es z.B. eine nach ihm benannte Gerhard-Rohlfs-Oberschule und das Gerhard-Rohlfs-Denkmal, das an der Schulkenstraße in Vegesack zu finden ist.
Die Reisen europäischer sog. Afrikaforscher dienten Mitte des 19. Jahrhunderts primär den Vorbereitungen der Kolonialisierung des Kontinents und weniger nur dem geographischen Interesse. Sie sind daher sehr kritisch zu betrachten, da sie Voraussetzungen schufen für die darauf folgende Ausbeutung und Gewalt.